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Der Konferenzengel

Vor 4 Tagen hat es mein neuestes Projekt, das ich zusammen mit Manuel Gruber baue, in den App Store geschafft.

Conangel

Conangel


Als ich bei amiando im Frühjahr 2008 ein Praktikum machte und das iPhone-Praktikum am Brügge-Lehrstuhl bereits eingeplant war, kam mir die Idee: Wäre es nicht cool, Konferenzen auch über das iPhone zu unterstützen? Pläne und am besten gleich Tickets, direkt vom iPhone. Ich dachte ein bisschen über mögliche Features nach und versuchte, beides zu verknüpfen: amiando und das Brügge-Praktikum.

Doch schnell wurde mir klar, dass beide Seiten leider überhaupt nicht so recht verstanden hatten, was man da alles machen könnte. Bei amiando konzentrierte man sich lieber auf das Kernprodukt. Und beim Brügge-Lehrstuhl sollten wir einen NDA unterschreiben und gleichzeitig sämtliche Rechte an unserem Werk an den Lehrstuhl abtreten. Entsprechend empfahl mir einer der Praktikums-Betreuer auch, ein eigenes Projekt lieber nicht in das Praktikum an der Uni einzubringen, sondern selbst zu starten, unabhängig von der Uni. Ich kenne die Gründe für diese Regelung am Lehrstuhl nicht, aber finde das schon etwas schade. Hätte es da nicht eine Kompromisslösung gegeben?

Die Idee schwirrte eine Zeit lang in meinem Kopf herum. Und ich erzählte einigen Leuten davon. Aber niemand schien zu resonieren. Hatte ich die Idee nur falsch gepitcht? Konnte sich niemand etwas darunter vorstellen? Irgendwie war ich verwirrt. Wie konnte denn kein einziger anbeißen? Ich war immer noch von der Idee überzeugt.

Aber andere Verlockungen lenkten mich wieder weg von der Idee. Ich hatte damals auch noch nicht begonnen zu meditieren. Ich war zu sehr gefangen in dem Strom aller Ereignisse um mich herum und hatte keine Kontrolle, viel schlimmer: Kein Bewusstsein darüber, was passiert.

Und so versiegte die Idee erst einmal wieder. Bis Manuel mal wieder nach München kam. Er war schon seit ein paar Monaten in Berlin und wir wollten uns einfach mal wieder treffen, um zu sehen, was der jeweils andere machte. Wir redeten über alle möglichen Sachen. Und kurz bevor wir wieder los mussten, brachte er ein neues Thema auf. Ich entwickelte doch fürs iPhone. Und er hätte da eine Idee. Er erzählte mir kurz davon. Ich wurde wieder ruhig und hörte gespannt zu. Moment mal, die Idee hatte ich doch auch schon einmal. Aber ich habe sie gar nicht verfolgt. Das ist der Weckruf!

Ich hatte noch eine andere Idee für eine Anwendung, mit der ich eigentlich zuerst beginnen wollte. Ich war gespalten: Eigentlich kam sein Vorschlag komplett deplatziert. Das Semester würde sehr bald wieder los gehen und ich wollte noch ein paar Sachen und die andere Anwendung fürs iPhone zuerst fertig machen. Konnte man das nicht irgendwie verschieben?

Nein, konnte man nicht. Mai stand vor der Tür und damit einige wichtige Konferenzen. Also mussten wir sofort beginnen. Wir machten ein paar Mockups für die App und relativ schnell stand das User Interface. Ich baute eine Zeit lang an der Anwendung herum und entwickelte ein Quick-and-Dirty-Datenmodell. Um dann drei Wochen vor geplantem Launch festzustellen, dass das Datenmodell schon für die erste Version untauglich ist und man es neu schreiben muss. Die Anwendung war nicht so umfangreich, angesichts der kurzen Zeit war das dann aber doch eine etwas schwere Entscheidung. Nach einigen Nächten lief die Anwendung dann auch entsprechend mit dem neuen Modell. Fehlte noch der Update-Mechanismus. Wieder nicht so kompliziert, aber bis es läuft, vergeht schon etwas Zeit.

An einem Samstag morgen gegen 5 Uhr war die Anwendung dann endlich so weit. Wir hatten beide die Nacht durch gearbeitet. Ich an dem Code, Manuel an dem Plan für die webinale, die erste Konferenz, die wir unterstützen würden. Die Anwendung musste endlich an Apple abgeschickt werden, um noch rechtzeitig im App Store zu stehen. Dann wieder iTunes Connect nicht. Ich konnte mich nicht einloggen. Ein häufiges Problem bei der ersten Anwendung. Wieso fixt Apple das nicht? Zum Glück ging Manuels Account. Und wie wir dann feststellten, war es offensichtlich auch nicht schlimm, dass wir seinen Account benutzen, die App aber natürlich mit meinem Zertifikat signiert war.

Eine Woche später, am Sonntag abend, war die Anwendung immer noch nicht im App Store. Wir brauchten einen Plan B: Wir verteilen Ad Hoc Bundles an die Leute. Dazu brauchten wir allerdings erst einmal deren Device IDs. Manuel kümmerte sich also am nächsten Tag darum, genau die von einigen Testern auf der Webinale zu kriegen. Doch es waren nicht sehr viele. Der Mechanismus über Ad Hoc Bundles war einfach zu aufwendig für die meisten.

Am Abend rief er mich dann an: “Wir müssen unseren Plan ändern.” Ich wusste zuerst nicht so genau, was er meint. “Wir müssen unseren Plan komplett ändern. Die App steht im App Store.”

Ganz knapp ging unser Debut dann also doch noch gut. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

24h Zen-Retreat

Von gestern abend bis heute abend war ich ca. 30 km östlich von München auf einem so genannten “Retreat“. Das ist eine Veranstaltung, bei der man sich besonders auf die meditative Praxis konzentrieren soll.

Ich betreibe ja schon seit einiger Zeit Zen-Meditation, aber das war ein herausragendes Erlebnis. Die Veranstaltung wurde von dem Laien-Priester Jeff Shore und der Zen-Nonne Sozui, bei der ich sonst regelmäßig übe, geleitet. Wir waren auf einem speziell dafür eingerichteten Hof mitten am Land unter gebracht. Die Zendo (der Meditationsraum) dort ist sehr schön eingerichtet, richtig in authentischem Stil.

Gang zum Zendo

Gang zum Zendo


Der Meditationsraum

Der Meditationsraum

Ich wollte schon länger einmal ausprobieren, was es wirklich auf sie hat mit dem Meditieren und ob intensiveres Meditieren tatsächlich solche Veränderungen bewirken kann. Denn einmal pro Woche 95 Minuten sitzen, ist halt doch nicht so intensiv. Es ist nur ein Anfang.

Um so mehr war es dann dieses Wochenende. Nach einem gemeinsamen Abendessen folgte eine Einführung in das Vorgehen und viel theoretischer Hintergrund. (Geschichten über Entstehung, Begründungen etc.) Jeff begrüßte alle mit Dankesworten: “Thank you all for coming.” Langsam wird mir klar, woher manch CEO seine Rhetorik bezieht. Anschließend dann kurzes Sitzen, die häufigste Meditationsform, und Gehen (Kinhin). Danach sollte bis zum Ende am nächsten Abend möglichst kein Wort mehr gesprochen werden. Zumindest kein unnötiges, kein Smalltalk und keine Worte, wenn die nächste Handlung durch Rituale eh bereits jedem klar war. Erklärungen gab es dafür zwischendurch sehr viele verbal.
Alle Teilnehmer waren natürlich mit den Grundlagen, den Ritualen, Techniken, Sitzpositionen etc. bereits vertraut. Dennoch waren viele Anfänger, so wie ich. Ich weiß nicht genau, wo man die Grenze zwischen Anfänger und Fortgeschrittenem ziehen kann, aber vermutlich ist man mindestens die ersten zwei Jahre Anfänger. Denn wie ich selbst wieder gesehen habe, sind die Techniken alles andere als einfach zu meistern. Selbst wenn es im Grunde nur eine Handvoll sind.

Das Besondere war, dass man jederzeit aufstehen konnte, sich vor dem “Meister” verbeugen, worauf hin man von diesem dann im Einzelgespräch Fragen zur Meditationspraxis stellen konnte. Und das zu jedem beliebigen Zeitpunkt. “24h Stunden am Tag.”

Und wir saßen auch so lange: Bis 4.30 saßen wir, jeweils 45 Minuten und dann 15 Min. Pause, zwischendurch zusätzlich noch größere Pausen. Um 6.30 ging es dann gleich wieder weiter und den ganzen Tag über im gleichen Stil wie vorher: Ca. 45 Min. Sitzen, dann Pause oder Gehmeditation. Keine aufwendigen Rituale, keine Mystik und dergleichen. Einfach konzentrierte Meditation und wenig Schlaf.

Nach einigen Stunden beginnt dann langsam alles weh zu tun. Erst eher schwach, am nächsten Morgen dann irgendwann stark. Gleichzeitig habe ich natürlich auch unterschiedliche Sitzpositionen ausprobiert, einige davon sehr schmerzhaft. Beim Zen nimmt man solche Schmerzen dann nicht weiter zur Kenntnis. Man tut nicht so, als wären sie nicht da, im Gegenteil. Wenn man Schmerzen hat, wird man “eins mit ihnen”, wenn man Freude verspürt, wird man auch eins mit ihr.
Und dieses “eins werden” ist kein leeres Gerede, sondern wird konkret über exakt einen Vorgang herbei geführt: Die Konzentration auf die (Bauch-)Atmung.

Zen-Meditation besteht also im Prinzip nur darin, sich den ganzen Tag auf die Bauch-Atmung zu konzentrieren, weiter nichts.

Ich habe dabei die ganze Palette an Gefühlszuständen erlebt: Von dem plötzlichen Überströmtwerden mit Freude und vielen Bildern, über Unruhe und übermäßige Wahrnehmung von Angsterlebnissen (z. B. Erinnerungen) bis hin zu dem Gefühl, gleich Körperteile zu verlieren, weil man den Fuß nicht mehr spürt und nicht mehr bewegen kann.

Es ist eine große Herausforderung, sich wirklich auf seinen Atem zu konzentrieren. Auch in solch einer Umgebung: Mitten am Land, in einem schnörkellosen Raum mit lauter anderen, die das selbe tun und mit denen man auch keine ablenkenden Gespräche führt. Und auch in dieser exzellenten Atmosphäre von sehr freundlichen, bescheidenen und ehrlichen Menschen, die sich alle gegenseitig bei der Praxis unterstützen. Das Gefühl echter Konzentration erreicht man dann in so vielen Stunden höchstens ein paar Mal für wenige Minuten. Und die reichen.

Insgesamt war das ganze durchaus harte Kost. Es waren gerade exakt 24h Stunden, die es dauerte und trotzdem ein sehr intensives und Kräfte zehrendes Erlebnis. Es gab keinen Diktator, keinen Druck. Im Gegenteil: Zwei sehr freundliche Leiter und eine aufgeschlossene Gruppe. Die Härte hatte ich mir nur selbst auferlegt durch die ernsthafte Übung.

Ich bin gespannt, wohin mich diese Reise noch führt.

Tutorstunde 2.0

Ich bin derzeit Tutor an der TU München für die Einführungs-Vorlesung der Informatiker. Und ich finde, dass der Prozess der Vorbereitung der Übungsstunden und auch der Kommunikation mit den “Schäfchen” (die Studenten in einer Tutorgruppe) zu wenig 2.0ig, d.h. wir könnten viel effizienter arbeiten und kommunizieren.

Nachdem meine Übungsgruppe Montag morgens ist und ich somit als einer der Ersten weiß, welche Aufgaben gut funktionieren und welche nicht, wäre es doch cool, dieses Wissen nicht zu horten, sondern mit allen zu teilen. Dann könnten die Tutoren, die in der Woche noch dran sind, sich gleich schon mal darauf einstellen. Und selbiges gilt auch schon für die Stunden-Vorbereitung: Wenn man gleich von Anfang an alles Wissen teilen könnte, würden alle davon profitieren und wir könnten unseren Studenten ohne signifikanten Mehraufwand einen deutlich besseren Service bieten!

Mehrere Möglichkeiten:

  • Jeder baut sich ein Blog bzw. nimmt sein bestehendes und erstellt dort eine neue Kategorie (inkl. eigenem Perma-Link, damit man über den auch nur die relevanten Posts sieht und nicht gleich alles aus dem Blog ungefiltert). Wir verlinken dann alle gegenseitig auf die Blogs. Man sollte dann vllt. gleich zwei Kategorien machen: Einmal Interessantes für die Studenten und einmal didaktische Erkenntnise für die anderen Tutoren.
    Vorteil: Jeder kann für seine Gruppe ein individuelles Blog machen und dann auf die anderen Blogs verlinken, wenn es dort etwas gerade für die Gruppe Relevantes gibt.
    Nachteil: Chaotisch. Um eine Übersicht zu kriegen, müsste man alle Blogs nochmal in einen Feed aggregieren.
  • Dropbox: Dropbox.com ist ein Dienst (kostenlos), bei dem man einzelne Verzeichnisse freigeben kann, die dann auf alle verbundenen Rechner synchronisiert wird. Ich muss zum Beispiel ständig die ML aus dem PDF abtippen, weil Copy & Paste nicht geht. Es wäre doch super, wenn genau sowas nur einmal jemand machen müsste und man gleichzeitig da interessante Dateien (zum Beispiel besonders elegante Lösungen) reinstellen kann, die dann automatisch auf die Rechner von allen Tutoren gesyncht werden.
  • Wiki: Ein Wiki, in dem man den ganzen Stoff etwas strukturierter sammelt inkl. etwaiger Dateien mit besonders eleganten Lösungen etc. Man könnte das vielleicht auch im nächsten Jahr wieder verwenden.

Barcamp Hamburg: Zusammenfassung

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Das Barcamp war wirklich toll! Ich habe eine Reihe an Leuten aus der Szene wieder getroffen, vor allem auch endlich wieder die Hamburger Szene, die ich im Mai zuletzt gesehen habe.

Was beim Barcamp Hamburg auch exzellent war, war das Essen. Es war reichlich vorhanden, sehr viel Auswahl und insgesamt gut organisiert. Da kann München auch noch etwas nachholen ;)

Von den Sessions her fand ich die Marketing-Sessions ziemlich öde, die Technik-Sessions haben mir aber umso mehr gefallen. Zum Beispiel gab es eine Session zu iPhone-Entwicklung, Brainstorming zu einem Barcamp-Organisations-Client für mobile Geräte (J2ME, iPhone, Android etc.) und Oli von mixxt hat eine Session zu China 2.0 gemacht, bei der es um die Unterschiede zwischen der deutschen und der chinesischen Webszene ging.

Am Sonntag hat Oli Gassner mir auch ein paar neue Anregungen zu Getting-Things-Done, der inzwischen wohl extrem bekannten Zeit-Management-Methode gegeben und von T-Mobile waren zwei Marketing-Typen da, die uns das G1 gezeigt haben (danke für die Aufnahme, Peate!) und erzählt haben, wie es so ungefähr in Deutschland sein wird.

Leider hatten die Typen von T-Mobile eher wenig Ahnung und konnten ein paar wichtige Sachen nicht beantworten. So haben sie weder einen Erscheinungstermin in Deutschland nennen können, noch mir begründen können, warum sie ernsthaft glauben, dass ihr Lock-In-Politik mehr Geld bringt. Meine Idee ist: Würde T-Mobile bei den Datentarifen VoIP, IM etc. nicht einschränken und anständige, ehrliche Tarife anbieten (z. B. 5 Euro pro GB, statt einer “Flatrate”, die überhaupt keine ist), dann würden so viel mehr Leute das mobile Internet nutzen, dass T-Mobile insgesamt mehr Umsatz macht. Die zwei meinten nur, das würde sich nicht rechnen, ohne es zu begründen und ich glaube, T-Mobile hat sich dabei auch verrechnet.

Sie wussten auch nicht so genau, ob man das G1 jetzt als Modem für den Laptop verwenden könnte oder nicht.

Einer der beiden von T-Mobile hat aber etwas Wichtiges angesprochen: Vom Publikum wurde angeregt, dass jetzt weder T-Mobile noch Google so vertrauenswürdig sind, was Datenschutz angeht. Der T-Mobile-Vertreter meinte aber, das sei den meisten Benutzer laut einer Befragung gar nicht so wichtig. Und das ist auch mein Eindruck.

Insgesamt hat sich das Barcamp also sehr für mich gelohnt und sehr viel Spaß gemacht. Großen Dank an das Orga-Team und Otto, die den Standort zur Verfügung gestellt haben und an die Sponsoren!

Die Qualität des Netzwerkes

Ich bin zur Zeit auf meinem persönlichen “Klasse statt Masse”-Trip. Deswegen war in den letzten Wochen die Blog-Post-Quote in meinem Blog auch etwas irregulär. Es gab eine Reihe an Tagen, an denen ich nicht das Gefühl hatte, etwas besonders Sinnvolles teilen zu können. In den letzten Tagen fällt mir da wieder mehr ein.

Und ich habe gerade einen interessanten Artikel gelesen, der von etwas Ähnlichem handelt: die Qualität des Netzwerkes im Sinne von “kenne ich die Leute, die mir in Twitter follown und die ich als ‘Freunde’ in diversen Social Networks habe, wirklich oder sind sie im Grunde nur Zuhörer und ich bin auf dem Weg zu einem Massenmedium, das nur mehr von Monolog geprägt ist”.

Mir ist schon seit einiger Zeit aufgefallen, dass einige Twitter mehr wie IRC benutzen, also mehr ständige Diskussion führen, als einzelne Statements mit etwas mehr Gehalt (die dann zwar über Replies verknüpft sein können, aber nicht nur Momentgedanken darstellen). Und offensichtlich scheint auch fast ein Wettkampf darüber ausgebrochen zu sein, wer die meisten Follower hat.

Das war doch alles nicht der Sinn von Web 2.0. Das klingt alles genau so wie die Quotenmessungen vom Fernsehen. Es geht mehr darum, wie viele zuhören, nicht wer genau zuhört. Web 2.0 mutiert zurück zu Web 1.0. (Was nichts Neues ist. Der Umstand, dass es wenige Leader gibt und viele Schafe, wodurch aus einer anfangs hierarchielosen Gruppe schließlich ein Team mit stärkerer Hierarchie wird, ist eines der menschlichsten Phänomene überhaupt.)

Was ich so faszinierend finde, ist, dass genau diese Entwicklung von Web 2.0 mit fast jeder neuen Technologie auch auftritt. Zuerst beginnt alles einfach, dann kommen langsam die Formalisierungen und das Universum zu der Technologie konsolidiert sich auf wenige Technologien, das geht eine Zeit lang gut und dann geht es vielen Menschen auf die Nerven. Dann werden die Strukturen wieder in Stücke gerissen, laut “back to roots” gerufen und man konzentriert sich wieder auf weniger, einfachere Strukturen. Wie bei Zen. Das vermittelt den Eindruck, dass die Menschen nie so wirklich dazu lernen würden. Warum ist das so?

Systems mit neuem Konzept

Bei der Pressekonferenz der SYSTEMS 08, die von Klaus Dittrich und Veronika Laufersweiler gehalten wurde, wurden 2 neue Messen angekündigt, die die bisherige Systems ablösen sollen.

Eine davon wird eine IT-Sicherheits-Messe Ende Juni sein, deren Namen man aber noch nicht verraten wollte. Die andere eine “neue ITK-Veranstaltung”, die dann offensichtlich die neue Systems sein soll. Man habe zwar für die letzte Systems sehr gute Befragungswerte bei den Besuchern gekriegt und einige Unternehmen würden jetzt wieder auf der Systems vertreten sein oder stärker vertreten sein, aber man wolle trotzdem sich den neuen Trends etwas anpassen. Diese Trends sind z. B. IT-Sicherheit und “Green IT” und IT als Querschnittstechnologie (z. B. als “ambient solution” im Kühlschrank eingebaut, der automatisch nachbestellt). Man wolle aber aus den Nachfolgern der Systems nicht eine Konsumenten-Messe machen, nur weil Konsumenten-Trends im Business-Bereich immer wichtiger werden.

Insgesamt will man die Messe mehr öffnen, mehr auf neue Trends eingehen, mehr Interaktion, also auch mehr die Blogger integrieren. Gleichzeitig sollen die Nachfolger der Systems weiterhin für den Mittelstand interessant sein und man möchte in 5 Jahren Europa-weite Beachtung erreichen. Bis Ende November will man dann das genaue Konzept der Messe vorstellen.

Das Presseevent war also ungefähr so, wie ich es erwartet habe: Es wurde angekündigt, dass man etwas Neues machen will, aber leider gibt es noch nichts Konkretes. Ich bin mal gespannt, wie das dann Ende November / nächstes Jahr aussehen wird.

Weitere Berichte von Oliver Gassner und Christian Hubel, der nicht auf der Pressekonferenz war und Emmerich Consulting.

IdeaLab 08

Wow. This was amazing.

Ich hatte das Glück, an diesem Wochenende nach einem fulminanten Start in die Woche mit Mark Zuckerberg noch mehr wirklich tolle Leute zu treffen. Das Idealab ist eine Konferenz für alle Gründungswilligen aus Deutschland und wird von der privaten Hochschule WHU Vallendar organisiert. Als Redner waren dabei hochkarätige Leute wie Oliver Samwer, Suhas Gopinath, Kolja Hebenstreit, Lukasz Gadowski und Felix Haas ;) vertreten.

Das ganze dauerte zwei Tage, wobei ich am Donnerstag schon angereist bin, wo es eine kleine Warmup-Party gab. An den zwei Tagen des eigentlichen Programms hielten eine Reihe an exzellenten Rednern Vorträge und abends und zwischendurch gab es die Möglichkeit zum lockeren Networking und Ideenaustausch. Außerdem gab es auch eine Pitch-Session. Ich habe natürlich auch die Möglichkeit genutzt und einigen von meiner Social-Learning-Idee erzählt. Dabei hat mich ein anderer IdeaLabber auf ein Startup aus San Francisco gebracht, das offensichtlich ähnliches vor hat. Gleich anschauen!

Und Freitag Nacht war ich auch noch mit einigen vom IdeaLab unterwegs. U.a. auch Suhas. Die Vorstellung mit dem jüngsten CEO der Welt Party zu machen, der zudem noch ein paar Millionen auf dem Konto hat und Übernahmeangebote von 100 Mio. von VC-Firmen einfach so nebenbei, ist einfach irgendwie krass. Und auch er ist vollkommen locker und freundlich geblieben.

Insgesamt war es also eine wirklich fantastische Sache, bei der ich sehr viele nette und smarte Leute getroffen habe, was ich jetzt gar nicht alles im Detail erzählen kann. Ich freue mich auf jeden Fall schon aufs nächste Idealab!

Google Developer Day

Heute hat Google in München den Google Developer Day veranstaltet. Er findet offensichtlich häufiger statt (dieses Mal schon das 3. Mal) und in mehreren Ländern. Dabei hatten wir die Gelegenheit mit Entwicklern von Google in Kontakt zu kommen und die aktuellen Entwicklungen und APIs zu sehen.

Am Schluss gab’s auch noch einen Blick auf das gPhone aka G1, das an diesem Tag in New York veröffentlich wurde. Bilder gibt’s auch.

Meinem Video Blogging für die Jungen Liberalen München folgend, probiere ich das selbe jetzt auch in meinem eigenen Blog aus:

Embedded Video

Blippr: Twitter für Rezensionen

Blippr ist wieder ein neuer Dienst. Dort kann man im Stil von Twitter mit max. 160 Zeichen Bewertungen für Filme, Musik, Bücher etc. abgeben. Außerdem kann man per Smiley noch zwischen 4 Stufen auswählen, ob man die Sache mag oder nicht. Nicht extrem innovativ, aber doch praktisch wie ich finde. Ganze Romane an Rezensionen mögen ja ihre Berechtigung haben, aber in der Kürze liegt doch meist die Würze.

Der Tag nach der next08

Das war die next08. Meine erste next und ich muss sagen, es war wirklich toll.
Es war zwar leider keine Revolution dabei, keine weltbewegenden Neuigkeiten

Aber die Möglichkeit des Networkings war echt spitze. Ich habe so viele neue Leute getroffen und Einsichten gewonnen und heraus gefunden, dass es doch noch ein paar Twitter-Nutzer in Deutschland gibt.
Und die Organisation der next war natürlich auch super. Man wurde ständig verköstigt, von morgens bis abends und auch in ausreichender Menge und die Stände waren auch etwas aufgeteilt, so dass man zwar doch noch etwas Schlange stehen musste, aber weniger lang als auf manch anderer Veranstaltung.
Und endlich habe ich auch mal Lukasz Gadowski persönlich getroffen. So langsam kenne ich alle wichtigen Leute in der deutschen Szene :)

Was mir etwas gefehlt hat, wären mir Veranstaltungen zu mobilen Geräten gewesen, da ich denke, dass sich da dieses Jahr schon einiges tun wird. So war die next08 halt doch mehr ein Spiegelbild der Gegenwart, Zukunftsblicke gab es auch vereinzelt, aber der Fokus lag mehr darauf, was jeder gerade macht. Wie Lukasz auch meinte, kann man das aber auch zum Vorteil nutzen. Nachdem in Deutschland immer alle hinterher sind, aber am Schluss doch das selbe wollen, kann man relativ unkreativ Dinge nachmachen und super in Deutschland Geld daraus ziehen. Man muss nur schnell genug nachmachen.

Und schließlich ist mir gestern auch aufgefallen, wie das Networking in München noch ausbaufähig ist. Es gibt zwar hin und wieder mal unregelmäßige Treffen, das ist ein Anfang, aber so ein regelmäßiges, offenes Treffen fehlt noch. Das müssen wir ändern.

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