Es geht los

by Raphael Haase

Heute hat der Verkauf der Tickets fürs StartupWeekend begonnen. Ich habe mir natürlich gleich eins von den “Visionary Special”-Tickets gesichert. Gefällt mir, der Titel. Visionär zu sein ist cool, auch wenn man natürlich durch das Ticket keiner wird, ich finde es gut, dass durch solche Kleinigkeit darauf hingewiesen wird, dass “the vision thing” (TM) meistens viel wichtiger als eine Menge anderer Dinge ist.

Begonnen hat das ganze aber gleich mal mit einer Panne: Die Anbindung von mixxt an den amiando-Ticketshop hat nicht richtig funktioniert.  Zuerst war überhaupt keine Anbindung vorhanden, dann ging es zwar, aber nur wenn den Standardweg geht (den ich zufällig auch genommen habe): Bei mixxt gleich zusagen, dass man kommt und dann gleich bei amiando das Ticket bestellen. Wer zwischendurch mal irgendwo auf Abbrechen oder so klickt, brachte das System durcheinander. Offensichtlich war die Anbindung bei mixxt noch nicht so richtig implementiert und niemand hat das vorher gemerkt… aber ok, so ist das Leben😉 Außer der ersten Version der Matrix ist ja bekanntlich nichts perfekt.

Auf jeden Fall bin ich schon sehr gespannt und freue mich unheimlich über das kommende StartupWeekend. Ich denke, dass es sicher eine tolle Sache werden wird und ich dabei wieder viel lernen werde. “A landmark event”?

Eine andere Sache, die ja heute wieder durch die Medien ging, ist weniger erfreulich: Lidl ist offensichtlich mindestens so viel Stasi, wie immer behauptet wurde. Dabei stellt sich mir schon aus technischer Sicht eine Frage: Warum gibt es zum Beispiel überhaupt noch Kassierer? Weil es dann mehr Arbeitsplätze gibt? Wenn man endlich alles mit RFIDs ausstatten würde, bräuchte man keine Kassierer(innen) mehr und die Gefahr, dass diese so behandelt werden, wie bei Lidl bestünde erst gar nicht.

Und die andere Sache, die ich nicht verstehe, ist, warum Lidl die Mitarbeiter so behandelt. Ganz naiv: Sorry, das ist kein Kapitalismus. Das ist blanker Unsinn. Ein richtig kapitalistisches Unternehmen würde seine Mitarbeiter sehr gut behandeln (man nehme sich Google als Vorbild). Kapitalismus bedeutet, dass man so viel Geld wie möglich anhäuft. Man könnte das aber auch so sehen, wie einen Marathon: Wer am Anfang gleich richtig schnell rennt und seinen Körper “ausbeutet”, wer in der Analogie also seine Mitarbeiter ausbeutet, der rennt nicht sehr lange, macht in der Analogie also nicht sehr viel oder nicht sehr lange Geld. Ergo erreicht er keine Gewinnmaximierung, das kann also kein Kapitalismus sein.

Gewinnmaximierung und glückliche Mitarbeiter sind also zwei unmittelbar untrennbare Zielsetzungen. Wenn man zu wenig Geld macht, sind die Mitarbeiter nicht so glücklich, wie als hätten sie ihren eigenen Firmen-Pool und das Umgekehrte sieht man bei Lidl. Welches Unternehmen wirft auch noch nach vielen Jahren noch fette Dividenden an die Aktionäre ab, welches Unternehmen hat dauerhaft Gewinnsteigerungen? Das, bei dem die Mitarbeiter ständig schlecht behandelt werden oder das, wo sie gerne sind und sich wohl fühlen? Ich denke, die Antwort ist klar und eindeutig.

Was Lidl also macht, ist eher das gleichmäßige Verteilen von Elend: Elend für die Mitarbeiter und suboptimale Qualität für den Kunden. (Produkte, Service etc. Ich gehe doch viel lieber in einen Laden, in dem die Mitarbeiter lächeln und sich freuen.) Laut Winston Churchill (“Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.”) handelt es sich also um sozialistisches Unternehmen.

Welch Zufall, dass Lidl dann auch noch mit der Stasi verglichen wird?