Warum es klar war, dass Google Wave scheitert

by Raphael Haase

Mir ging es ähnlich wie vielen: Am Anfang fand jeder es cool, weil es ein Experiment war und es ja nur klappen konnte, wenn Google dahinter steckte.

In manchen Blogs habe ich gelesen, dass Wave scheiterte, weil es “noch ein Tool neben E-Mail” war. Mag sein. Ich denke nicht, dass das der Hauptgrund war.

Mein Eindruck: Google Wave hat kein Problem besser gelöst. Zunächst hat Wave versucht ganz viel auf einmal richtig zu machen. Zum Beispiel, dass man kollaborativ an etwas arbeitet und Plugins mehr als nur Rich Text etc. ermöglichen. Was manche da übersehen: Genau das machen Wikis schon lange. Ausgereifte Software wie Mediawiki hat ebenfalls Plugins. Waves Neuerung war also bestenfalls, dass es Google Web Toolkit benutzte und versuchte in Richtung Echtzeit-Kollaboration zu gehen, wo Wikis mehr so etwas wie “runden-basierte” Kollaboration waren.

Wave scheiterte dann, weil es natürlich nicht die zahlreichen Sachen so viel besser auf einmal machte, die es wollte, und keine Kern-Neuerung hatte. Kollaboration gab es eben schon fast genau so.